Könntest du dich bitte kurz vorstellen?
Ich habe Physik mit Nebenfach Meteorologie in Hamburg studiert. Meine Diplom- und Doktorarbeit habe ich an der ETH Zürich geschrieben. Ich war ganz am Anfang der ersten Förderphase von HErZ dabei als Postdoktorandin am MPI für Meteorologie in Hamburg. Die Gruppe dort und der Aufbau von HErZ sorgten für eine spannende und coole Zeit. Danach ginge ich nach Zürich als Senior Scientist zurück. 2013 bekam ich eine Stelle im DWD und ich wurde Teambereichsleitung mit Schwerpunkt „Grenzschicht“ in Frankfurt für die dritte Förderphase von HErZ. Der Fokus lag damals auf der Messkampagne FESSTVaL und ich habe mich viel mit Messungen (vor allem Dopplerlidaren für Wind- und Turbulenzmessungen) beschäftigt. Seit 2020 leite ich das Referat „Physikalische Prozesse“ im DWD. Ich bin jetzt auch fachliche Ansprechpartnerin für HErZ und unterstütze die HErZ-Projekte damit wir gemeinsame Ziele verfolgen und unsere Partnerschaft für alle Seiten von Nutzen wird.
Warum ist HErZ aus deiner Sicht für den DWD wichtig?
HErZ bietet dem DWD eine einzigartige Chance, Grundlagenforschung eng zusammen mit Universitäten und Forschungsinstituten zu betreiben. Der DWD braucht diese langfristige Partnerschaft um einen effizienten „reseach to operation“ Prozess zu haben. Die HErZ-Partner erhalten einen Zugang zur DWD Infrastruktur und eine Unterstützung von DWD-Expert*innen wie die Kompetenzbereichsleitungen (siehe die Interviews von Maike Ahlgrimm und Martin Göber). Sie unterstützen fachlich und technisch die HErZ-Projekte und vernetzen sie im DWD damit die Grundlagenforschung, die an den Universitäten stattfindet im DWD benutzt werden kann.
Was sind Erfolgsgeschichte im DWD, die ohne HErZ nicht stattgefunden hätten?
Für den DWD ist die Personalgewinnung aus der HErZ Community aus meiner Sicht eine Erfolgsgeschichte. Sie funktioniert gut, weil die Nachwuchswissenschaftler*innen in engen Kontakt mit DWD-Mitarbeitenden stehen und einen Einblick über die DWD Arbeitsweise und Infrastruktur bekommen. Ich bin ein Beispiel davon! Im HErZ wird viel Wert auf die Aus- und Weiterbildung der Nachwuchswissenschaftler*innen gelegt, weil sie die nächste Generation von Forschenden und Kolleg*innen werden könnten.
Mit welchen Herausforderungen in der Grundlagenforschung könnte HErZ den DWD in die Zukunft weiterhin unterstützen?
Es gibt noch viel zu tun in der Grundlagenforschung im DWD z.B. könnten die Methoden der Datenassimilation benutzt werden um die Physik im ICON-Model besser zu repräsentieren.
Außerdem beschäftigt sich momentan der DWD mit dem „open software development“ für das ICON-Model. HErZ ist ein prädestiniertes Netzwerk um die Weiterentwicklungen von ICON an den beteiligten Universitäten weiterhin voranzutreiben, was die im DWD produzierten Wettervorhersage u.a. langfristig verbessert. Im Rahmen des ICON-Consortiums arbeitet der DWD eng mit großen Partnern zusammen wie das MPI für Meteorologie in Hamburg oder das KIT in Karlsruhe. Im HErZ können aber auch kleinere Universitäten und Forschungsinstituten langfristige Kollaborationen mit dem DWD aufbauen. Davon profitieren alle Beteiligten.
