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Lieber Ulrich, könntest du dich und dein HErZ-Projekt bitte kurz vorstellen?

Ich bin seit 2016 in HErZ als Projektleiter involviert. Unsere HErZ-Projekte befassen sich mit der Rolle neuartiger Beobachtungssysteme für Applikationen in den untersten 1-2 Kilometern der Atmosphäre (atmosphärische Grenzschicht). Speziell, wie können neuartige Satelliten (z.B. aktuell MTG-S1), meteorologische Drohnen oder bodengebundene Fernerkundungssysteme die Darstellung von Winden, Böen und Turbulenzen oder Wasserdampf, Wolken und Temperatur in Modellen verbessern? Das ist z.B. wichtig für die Erstellung von hoch-auflösenden Reanalysen, die optimale Nutzung von erneuerbaren Energien oder die Verbesserung von kurzfristigen Wettervorhersagen.

Wenn du HErZ in einem Satz definieren müsstest…

HErZ ist ein dichtes Netzwerk für meteorologische Grundlagenforschung und Lehre in Deutschland, welches dem DWD neuste Ergebnisse aus der Forschung zugängig macht und wissenschaftlichen Nachwuchs an den DWD bringt, den Universitäten und Forschungseinrichtungen neue Ressourcen und Know-How bietet und die Meteorologie-Forschenden in Deutschland untereinander nachhaltig verbindet. 

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen deinem HErZ-Projekt und dem DWD aus? Was gewinnen dein Projekt und dein Team dabei?

Unser derzeitiges Projekt HIRES-APP verbindet uns mit dem DWD über die Beobachtungen, die Datenassimilation und die erneuerbaren Energien. Um Modelle zu verbessern, müssen neuartige Beobachtungsmethoden entwickelt und angewendet werden. Dazu kooperieren wir mit dem DWD (Observatorium Lindenberg und Modellentwicklung) und organisieren Messkampagnen, die das Prozessverständnis und die Weiterentwicklung von Modellen ermöglichen. Gleichzeitig führen wir in enger Zusammenarbeit mit dem DWD Datenassimilationsexperimente mit neuen Beobachtungen durch und nutzen Reanalyse Daten um die meteorologischen Bedingungen für den Nutzen erneuerbarer Energien zu charakterisieren und zu kommunizieren. Das geschieht vor allem durch Doktoranden und Postdoktoranden, die Know-How vom DWD für neue Forschungsfragen nutzen und an der Uni installieren.

Wie ändert sich die Forschungslandschaft und das Personal an deiner Universität dank HErZ?

HErZ bringt angewandte und nachhaltige Aspekte in die Forschungslandschaft der Universität. Diese sind für viele Studierende sehr wichtig und motivierend zum Studieren. Eine durch HErZ etablierte Juniorprofessur für Energiemeteorologie setzt diesen Forschungsbereich in den Fokus am Institut für Geophysik und Meteorologie. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln hat sich durch HErZ in den letzten Jahren entwickelt, wo Wissenschaftler*innen zum optimalen Nutzen von meteorologischen Daten zur Vorhersage der Energieverfügbarkeiten forschen; ein Bereich der im Rahmen der KI-Forschung noch stark an Bedeutung gewinnen wird.

Möchtest du noch etwas mitteilen?

HErZ war und ist erfolgreich, Deutschland-weite Lehrveranstaltungen bzw. Sommerschulen und Exkursionen zu organisieren, z.B. im Bereich Energiemeteorologie oder Grenzschichtprofilierung. So können die Schwerpunkte an den verschiedenen HErZ-Standorten vielen Bachelor, Master und PhD-Studierenden zugänglich gemacht werden. Die Modelle wurden von UPAS - der "University Partnership für Atmospheric Sciences" z.T. übernommen und werden dort weiterentwickelt.

Hier ein Beispiel aus der gemeinsamen HErZ Messkampagne FESSTVaL 2021. Es zeigt wie neuartige Messmethoden für die Erfassung von "Cold Pools" entwickelt und angewendet wurden und zum tieferen wissenschaftlichen Verständnis beitragen.