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Könntest du dich bitte kurz vorstellen? Seit wann bist du in HErZ involviert?

Seit 3 Jahren leite ich die Abteilung Hydrometeorologie im DWD und war vorher mehr als 10 Jahre für die nationale Klimaüberwachung verantwortlich. Seit der Gründung von HErZ habe ich daher auch de Themenbereich „Klimamonitoring“ als fachlicher Ansprechpartner begleitet. Dabei unterstütze ich die HErZ-Projekte bei der Einbindung mit den DWD-Aktivitäten und stelle sicher, dass wir gemeinsame Ziele verfolgen. 

Warum ist HErZ aus deiner Sicht für den DWD wichtig?

Im HErZ wird Grundlagenforschung an Universitäten in enger Kooperation mit dem DWD betrieben. Neue Forschungsfragen und innovative Ansätze werden gemeinsam getestet und im Erfolgsfall in den DWD übernommen, um die Qualität der Wettervorhersage und Klimadienstleistungen zu verbessern. HErZ wirkt sich sowohl auf die Verbesserung seiner Produkt- und Servicequalität, wie auch auf die langfristige Innovationskraft und Personalgewinnung des DWD aus. Wir haben bereits mehrfach Stellen mit Absolvent*innen besetzt, die ihre Qualifikationsarbeiten im HErZ-Kontext geschrieben haben. Insgesamt bietet HErZ dem DWD ein starkes Netzwerk von Expert*innen an Universitäten und Forschungseinrichtungen, die dafür eng mit den DWD-Expert*innen forschen, um verbesserte Produkte für die Gesellschaft zu entwickeln.

Was sind Erfolgsgeschichte im DWD, die ohne HErZ nicht stattgefunden hätten?

Zum Startzeitpunkt von HErZ hat der DWD das Klimamonitoring überwiegend auf Basis der traditionellen Beobachtungen durchgeführt. Die Universitäten Bonn und Köln haben dann vorschlagen, regionale Reanalysen auf Basis des DWD-COSMO-Modells zu entwickeln, um die langfristige Entwicklung der Atmosphäre auch dort zu beschreiben, wo es keine direkten Beobachtungen gibt. Inzwischen sind solche Reanalysen ein wichtiger Bestandteil unserer Klimadienstleistungen und wir beantworten damit wichtige Fragen unserer Partner, beispielsweise im Bereich der Offshore Windenergie.

Mit welchen Herausforderungen in der Grundlagenforschung könnte HErZ den DWD in die Zukunft weiterhin unterstützen?

Wir haben bereits im bisherigen Verlauf eine Verschiebung von Schwerpunkten gesehen. Nachdem grundsätzlich gezeigt wurde, dass hochwertige Reanalysen erstellt werden können, liegt inzwischen ein Schwerpunkt auch in ihrer Anwendung, beispielsweise mit viele offenen Fragen im Bereich der Energiemeteorologie. Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln ist seit 2023 ein neuer HErZ-Partner und diese Expertise ergänzt die Aktivitäten des DWD sehr gut. Aktuell zeigt sich auch, dass Reanalysen eine entscheidende Grundlage für das Training von KI-Modellen sind, die ein vielversprechendes Potential für die Verbesserung der Wettervorhersage darstellen. Die Qualität der Reanalysen hängt auch weiterhin eng mit den Fortschritten in der Datenassimilation und der Nutzung möglichst vieler Datenquellen zusammen, was ebenfalls in verschiedenen HErZ-Teilprojekten vorangetrieben wird.


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