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Lieber Martin, könntest du dich bitte kurz vorstellen?

Ich bin Meteorologe und unterstütze HErZ seit 2012 als Leiter des Kompetenzbereiches „Optimale Nutzung von Informationen aus Wettervorhersage und Klimamonitoring“. Ich unterstütze den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen dem DWD und den HErZ-Projekten zum Thema "Kommunikation und Handlung" um schnellere Entwicklungen zu ermöglichen. Mit maschinellem Lernen und neuen digitalen Daten werden Vorhersagen von Wetterauswirkungen entwickelt und ihre Anwendung getestet. Das Verständnis von und die Handlungen resultierend aus Wetterwarnungen werden mit sozialwissenschaftlichen Methoden untersucht.

Wenn du HErZ in einem Satz definieren müsstest…

HErZ führt in Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungseinrichtungen und dem DWD Grundlagenforschung und Lehre durch in Themen, die für die Wettervorhersage und das Klimamonitoring des DWD wichtig sind, aber in der Vergangenheit in Deutschland unterbelichtet waren.

Auf welche kleinen und großen HErZ-Erfolge bist du besonders stolz?

Für eine effektive Kommunikation von Wetterrisiken wurden Empfehlungen entwickelt - basierend auf repräsentativen Bevölkerungsumfragen zum Verständnis von Wetterrisiken und Warnungen (hier und hier). Gleichzeitig testen wir, wie gut verifizierte probabilistische Echtzeitvorhersagen zu wetterbedingten Auswirkungen (z. B. Feuerwehreinsätze, Autounfälle, Gebäudeschäden) Profis bei ihrer Arbeit helfen könnten (hier).

In Zusammenarbeit aller beteiligten Disziplinen haben wir ein Master-Modul zur „Interdisziplinären Naturrisikoforschung“ entwickelt, in denen die Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen und dem DWD einen Einblick in Risikobegriffe, -modellierung und -kommunikation und die nötigen sozialwissenschaftlichen Methoden bekommen und an einem eigenen Projekt, oft mit echten Themen vom DWD, ausprobieren.

Mit der WMO zusammen haben wir online „Weather and Society“ Konferenzen initiiert und durchgeführt mit Teilnehmenden aus über 100 Ländern (siehe hier und hier).

Was ist in HErZ noch geplant, was für dich besonders spannend ist?

Spannend finde ich das wirkliche Umsetzen eines iterativen Co-Designs (Nutzerbedürfnisse, Möglichkeiten, Prototypen, Verifikation und Nutzenerhebung) um Vorhersagen so zu entwickeln, dass sie zu besseren Handlungen bei Wetterextremen führen. Dabei kann man z.B. im Katastrophenschutz und bei der Nutzung Erneuerbarer Energien neue digitale Daten und künstliche Intelligenz für die Risikovorhersage nutzen und auf die zunehmende Bereitschaft aller Beteiligten für Co-Design bauen.